Mit großer Freude überreichte Bürgermeister Jürgen Schmidt (rechts) den symbolischen Schlüssel für die neuen Tagungsräume im Obergeschoss des Bahnhofsgebäudes an Eva Ehrlich-Lingens und Michael Schwarzer vom Flüchtlingsnetzwerk „Angekommen“, das 2015 von der Verbandsgemeinde Bad Marienberg, der Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinde Bad Marienberg sowie dem Ev. Dekanat Bad Marienberg initiiert worden war. Die Tagungsräume konnten nun nach aufwendiger Brandschutzsanierung offiziell zur Nutzung freigegeben werden. Dementsprechend groß war die Freude bei den vielen anwesenden Ehrenamtlern und Flüchtlingen.

 

Foto: Larissa Schütz

Tagungsräume im Obergeschoss des alten Bahnhofsgebäudes nach aufwendiger Sanierung offiziell freigegeben 

Tagungs- und Begegnungsräume im Bahnhofsgebäude Bad Marienberg heißen nun „Treffpunkt Alter Bahnhof“

Offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurden die neu hergerichteten Räumlichkeiten im Obergeschoss des städtischen Bahnhofsgebäudes. Nachdem die dort vorhandene Wohnung leer stand, nutzte man die Gelegenheit, dort ansprechende Räume für die Nutzung durch Ehrenamtsinitiativen der Verbandsgemeinde wie das Flüchtlingsnetzwerk „Angekommen“ oder die Initiative „Ich bin dabei!“ der Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Bürgermeister Jürgen Schmidt zu schaffen.

Dank an alle am Bau beteiligten Firmen und an die Mitarbeiter des Bauamts

Für die Sanierung und die Herstellung des baurechtlich vorgeschriebenen Brandschutzes für die neue Versammlungsstätte investierte die Verbandsgemeinde rund 70.000 €. Hinzu kamen ca. 7.000 € für Hausrat- und Einrichtungsgegenstände. Bezuschusst wurde die Maßnahme mit 7.000 € vom Bund sowie 1.000 € vom Bistum Limburg. Lotto Rheinland-Pfalz steuerte 750 € bei. Weitere 70.000 € fließen in die Sanierung des Dachstuhls und der neuen Dacheindeckung des alten Güterschuppens im Jugendbahnhof. Davon entfallen 40.000 € auf die Verbandsgemeinde für die Dacheindeckung sowie 30.000 € auf die Stadt für die Erneuerung des Dachstuhls. Nach Fertigstellung der Maßnahmen sind damit insgesamt rund 140.000 € in das Gebäude geflossen. In diesem Zusammenhang dankte er auch allen am Bau beteiligten Firmen und den Mitarbeitern des Bauamts der VG-Verwaltung für ihren großen Einsatz. Auch der Stadt Bad Marienberg als Eigentümerin des Hauses galt sein Dank, stellt diese doch die Räume für 15 Jahre mietfrei zur Verfügung.

Ohne großes Engagement der Ehrenamtler hätte man Integrationsarbeit nicht bewältigen können

Jürgen Schmidt erinnerte an seine Initiative zur Gründung des Netzwerks „Angekommen“ im Jahr 2015. Man habe seitens der VG große Anstrengungen zur Unterbringung und logistischen Versorgung der vielen neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgern unternehmen müssen, sagte Schmidt.  Ohne das große Engagement vieler Ehrenamtler hätte man diese Aufgabe aber nicht bewältigen können. Deshalb dankte er allen ehrenamtlichen Helfern, die sich damals wie heute in hohem Maße engagiert hätten. Sein besonderer Dank galt mit den beiden Kirchengemeinden in Bad Marienberg und dem Dekanat Bad Marienberg den Partnern im Netzwerk „Angekommen“. Durch die Bereitstellung von Räumen und Personal hätten diese die schwere Integrationsarbeit mit den zugewanderten Menschen erst ermöglicht. Insbesondere nannte er seine Beigeordnete Eva Ehrlich-Lingens und Michael Schwarzer, die den Löwenanteil der Leitungsarbeit in der Flüchtlingsarbeit trügen und auch den Umbau im Bahnhof maßgeblich begleitet hätten. Dies gelte auch für den „EDV-Beauftragten“ des Netzwerks, Michael Brückmann, der gemeinsam mit Frank Müller von der Verbandsgemeindeverwaltung die Voraussetzungen für eine zeitgemäße Computer- und Internetausstattung geschaffen habe. 

Auch die Initiative „Ich bin dabei!“ der Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Bürgermeister Jürgen Schmidt, in der sich einige Gruppen zu unterschiedlichen Aktivitäten zusammen gefunden haben, können den „Treffpunkt Alter Bahnhof“, so der offizielle Name der Begegnungsstätte, nutzen. Während der freien Zeiten  besteht die Möglichkeit der Mitnutzung durch den Jugendbahnhof. Bevor er den symbolischen Schlüssel an Eva Ehrlich-Lingens und ihre Mitstreiter übergab, wünschte Jürgen Schmidt den künftigen Nutzern für ihr vorbildliches Wirken viel Erfolg und gutes Gelingen.

Viele Gäste hatten den Weg ins ehemalige Bahnhofsgebäude zur offiziellen Schlüsselübergabe des Treffpunkt Alter Bahnhof“ gefunden. Künftig werden in den Räumlichkeiten Schulungen, Tagungen und Beratungsangebote der Ehrenamtsinitiativen der Verbandsgemeinde Bad Marienberg ihren Platz finden.

 

Foto: Hans Ehrlich

Für das Netzwerk „Angekommen“ dankte Michael Schwarzer Stadt und Verbandsgemeinde im Namen der Ehrenamtler, aber auch der Flüchtlinge für die Bereitstellung des Treffpunkts. Ihnen galt sein besonderer Dank für die Mithilfe bei den Renovierungsarbeiten. Bisher sei man ins Katholische Pfarrzentrum ausgewichen, wofür man der Katholischen Kirchengemeinde zu großem Dank verpflichtet sei.

„Weiterhin ehrenamtliche Helfer gesucht“

Für den „Treffpunkt Alter Bahnhof“ sind seitens des Netzwerks „Angekommen“ zunächst folgende Aktivitäten geplant: Jeweils montags und mittwochs von 9.30 - 11.00 Uhr finden Sprach- und Orientierungskurse statt. An den gleichen Tagen bietet das Netzwerk von 11.00 - 12.00 Uhr (montags) bzw. 17.00 - 21.00 Uhr eine allgemeine Sozialberatung mit Behördenhilfe an. Darüber hinaus eigneten sich die Räume als Internetcafé sowie als Stätte für kleinere Treffen und Feste, so Schwarzer. Man plane auch regelmäßige Treffen von Müttern und Kleinkindern, hier sehe man einen großen Integrationsbedarf. Allen Helfern, die sich seit nunmehr über zwei Jahre im „Netzwerk Angekommen“ engagiert haben und sich bis heute einbringen, stattete Michael Schwarzer nochmals seinen Dank ab. „Trotzdem benötigen wir immer neue Mitarbeiter!“, rief er alle Mitbürgerinnen und Mitbürger abschließend zur Mithilfe auf.

Eva Ehrlich-Lingens stellte die einzelnen Gruppen der Initiative „Ich bin dabei!“ vor.  Gleichzeitig wies sie auf die laufende Powerpoint-Präsentation hin, mit der die Bauarbeiten dokumentiert worden waren. Sie lud alle Gäste im Anschluss an den offiziellen Teil zu einem kleine Imbiss und Umtrunk ein. Ihr abschließender Dank galt Anke Hollmann für die musikalische Umrahmung der Feierstunde auf ihrem Hackbrett.

Quelle: VG Bad Marienberg


 

 

 

 

Der Bad Marienberger Orientierungs- und Sprachkurs im Projekt „Angekommen“ bot in Zusammenarbeit mit der Polizei-Inspektion Hachenburg einen Kurs zur Verkehrserziehung für Flüchtlinge an.

Zwölf überwiegend junge, Arabisch sprechende Asylbewerber trafen sich mit Vertretern von „Angekommen“ und Polizeioberkommissarin Jennifer Krämer in der Anlage der Jugendverkehrsschule im Schulzentrum Bad Marienberg. Nach der Begrüßung durch Frau Eva Ehrlich-Lingens begann Frau Krämer ihren etwa einstündigen Vortrag über allgemeine Regeln des Straßenverkehrs unter besonderer Berücksichtigung des Verhaltens von Radfahrern. Die Ausführungen der Polizistin wurden von Amin Mlaeb sofort in die arabische Sprache übersetzt. Neben Vorfahrtsregeln und der Benutzung der für Radfahrer vorgesehenen Wege waren weitere Schwerpunkte die Helmpflicht und die Ausstattung eines für den Straßenverkehr zugelassenen sicheren Fahrrads.

Im Anschluss an die Theorie erfolgten die praktischen Übungen im Verkehrsgarten. Frau Krämer ließ keinen Teilnehmer auf ein Fahrrad, der nicht zunächst einen Helm aufgesetzt hatte. Die meisten der überwiegend männlichen Radfahrer verfügen über ein eigenes Fahrrad, mussten aber an diesem Tag unter dem wachsamen Auge der Ordnungshüterin genau auf Verkehrsschilder, Ampelfarben und besonders Fahrbahnmarkierungen achten. Trotzdem war leicht zu erkennen, dass alle Teilnehmer mit viel Spaß bei der Sache waren. Es war gut zu beobachten, dass die Fahrdisziplin mit fortschreitender Zeit immer konzentrierter und korrekter ausfiel.

Nach diesem viel versprechenden Anfang ist geplant, den Verkehrsunterricht in Zusammenarbeit mit der Polizei im Orientierungs- und Sprachkurs fest zu etablieren. Der nächste Kurs im Herbst ist vorgesehen für die Gruppe der Iranisch (Farsi) sprechenden Asylbewerber.